Wir beziehen Stellung zum gemeinsamen Antrag von CDU / SPD zur „Weiterentwicklung der verkehrspolitischen Leitlinien der Stadt Essen“ und unterstützen damit die bereits veröffentlichte Kritik von RadentscheidEssen und des ADFC Essen an der Beschlussvorlage.
Diese neuen Leitlinien haben mit den Zielen des Radentscheids, aber auch mit den Luftreinhalteplänen oder den Zielen der Grünen Hauptstadt nichts mehr zu tun.
Ihr seht das auch so? Dann unterstützt die Stellungnahme, indem ihr hier einen Kommentar hinterlasst.
Je mehr, desto besser! Vielen Dank dafür!
Euer Kernteam von GfS Essen







18 Kommentare zu „Stellungnahme zur „Weiterentwicklung der verkehrspolitischen Leitlinien der Stadt Essen““
Meine Unterstützung habt Ihr!
In nur 12 Jahren hat die damalige Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, aktuell die Millionenmetropole hitze- und starkregenresilient umbauen lassen: mind. 500 Straßen wurden gesperrt, Zehntausende Parkplätze wichen 170.000 neuen Bäumen und 1400 km neuen Radwegen, die Pariser Luft wurde merklich verbessert, die CO2-Emission drastisch verringert. Paris ist heute attraktiver und Lebenswerter denn je. So kann Politik funktionieren, wenn sie will. Und mit dieser Politik lassen sich sogar Wahlen gewinnen: Ihr Nachfolger Emmanuel Gregoire hat die erste Wahlrunde mit dem Versprechen gewonnen, Anne Hildagos Maßnahmen nicht nur beizubehalten, sondern diese Politik Konsequent weiter zu führen. Was ist in den letzten 12 Jahren denn in Essen so passiert?
Fahrrad fahren in Essen ist größtenteils lebensgefährlich. Ich habe tatsächlich folgende Aussage gehört: „Ich habe Angst Fahrrad zu fahren und fahre deshalb lieber mit dem Auto.“ Das ist doch grotesk. Für die verbleibenden Fahrradfahrer: innen wird es so noch schlimmer, wenn alle Ängstlichen nur noch Auto fahren.
Liebe Verfasser*innen,
viel Arbeit reingesteckt, klug formuliert. Danke!
Die nachfolden zitierte Passage im Appell „Noch ist nichts beschlossen. Mit diesem Schreiben regen wir an, unsere Argumente in Ihre Entscheidung…“wünsche ich mir dezidierter. Statt regen wir an – z. B. fordern wir Sie auf.
Das da jemand anregt, mutet zahm an.
Aber ansonsten, sehr gut.
Beste Grüße
Heinrich Ohlenforst
Danke für dieses gut ausgearbeitete Schreiben mit vielen interessanten Fakten und stichhaltigen Argumenten.
Ein Blick auf die Tanksäulen sollte den Verantwortlichen spätestens jetzt zeigen, daß es eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist, den ÖPNV so schnell wie möglich auf solide Beine zu stellen.
Wenn Menschen nicht mehr wissen, wie sie zur Arbeit kommen sollen und wir uns vor Augen halten, was das langfristig für uns alle bedeutet, ist doch eigentlich alles klar, oder?
https://www.openpetition.de/petition/online/zukunftsfaehige-verkehrswege-statt-stillstand-bei-der-essener-mobilitaetswende-rettetdenradentscheid
Ist wirklich ein Unding, wie gewählte Bürgervertreter hier ihr Vertrauen verspielen.
Vielen Dank, dass Ihr dazu ein Gegengewicht bildet!
Super! Herzlichen Dank Euch für diese klare und notwendige Stellungnahme! Möge sie auf offene Ohren und einen ebensolchen Verstand treffen!
Durch mehr Autos in Essen wird man die deutsche Automobilindustrie nicht retten. Politik, die sich nicht an die selbst aufgestellten Regeln hält, verspielt zunehmend ihre Glaubwürdigkeit. Auch in Essen gelten Gesetze und Verordnungen des Bundes und des Landes, z.B. das Straßenverkehrsgesetz, die Straßenverkehrsordnung, das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW.
Die Umsetzung der Überlegungen der Koalition aus CDU und SPD in Essen wird zu mehr Autoverkehr, zu mehr Stau, zu mehr Aggressionen, zu weniger Sicherheit für Zufußgehende und Radfahrende führen.
Es sei denn … man/frau bekommt noch die Kurve!
Eine großartige Stellungnahme, vielen Dank. Das muss jetzt nur in den Köpfen der Politik ankommen.
Das Gebaren des Sprechers des AVM und der Verkehrs Ausschuss Vorsitzenden von SPD und CDU haben mich fassungslos gemacht. Gegen Sach Vorträge von den Linken, den Grünen und der Partei wurde polemisiert ,den vielen Zuschauern schroff Verbot von Meinungsäußerungenen erteilt .
Ihre Politik Inhaltlich rückwärts gewandt, bürgerfeindlich und aggressiv.
Seit 17 Jahren wohne ich in Essen und habe durchaus viel Sympathie für die Stadt entwickelt. Wenn ich jedoch die Verkehrsinfrastruktur betrachte, also die primitive und brutale Fixierung auf das Automobil, den minderwertigen und strukturell verwahrlosten ÖPNV sowie die Benachteiligung von Fußgängern und Fahrradfahrern, keimt bei mir immer mehr der Wunsch, den Wohnort zu wechseln. Sicher ist fast überall das Automobil prägend und tonangebend, aber es gibt Städte, in denen das zumindest nicht so ausgeprägt ist, wie in Essen und dem Ruhrgebiet.
Es geht nicht nur um Fahrradstraßen und Rad(schnell)wege, das kann alleine nicht die Lösung sein, sondern auch darum, dass Fußgänger und Fahrradfahrer den gemeinsamen Verkehrsraum gefahrlos nutzen können. Eine Infrastruktur, die dem Autoverkehr weniger Vorrechte einräumt, ist eine wichtige Voraussetzung dafür.
Bin mit vollem Herzen Radfahrerin und wünsche mir mehr Sicherheit auf den Essener Straßen.
Danke auch für Eure Stellungnahme, die wir inhaltlich voll unterstützen.
Aus meiner Sicht hat der Oberbürgermeister, sollte es zu einem Beschluss dieses rückschrittlichen Antrags der Stau-Koalition kommen, die Pflicht den Beschluss des Stadtrates zu beanstanden und zurück zu weisen.
Durch diese „neuen Leitlinien“ werden der Verwaltung Vorgaben gemacht, die wider der gesetzlichen Aufgabe sind. Die Verwaltung wäre mit diesem politischen Korsett in ihrer Handlung so eingeengt, dass sie keine ermessensfehlerfreie Entscheidungen in Bezug auf die fachgerechte Abwägung von der Anforderungen aus den gültigen (klima- und verkehrs-) Gesetzen und Regelwerken mehr zugunsten des Fuß- und Radverkehrs mehr treffen dürfte.
Es stellt sichvhier also die Frage, ob OB Thomas Kufen seiner Pflicht als Hauptverwaltungsbeamter nachkommt, und die anstehende Entscheidung zurückweist.
Ich fahre seit nunmehr 52 Jahren mit meiner Gazelle durch Werden und kann sagen, es hat sich nichts verändert. Halt: die Straßen waren früher besser. Warten wir das sommerliche Verkehrschaos ab, wenn Ausflügler, Fahrradtouristen, Familien mit Kinderwagen sich den Bürgersteig teilen. Immerhin bin ich 66 Jahre alt geworden, kann also so gefährlich nicht sein. Ich wünsche allen Verkehrsteilnehmern viel viel Glück und allzeit gute Fahrt.
Ps: ich wär schon über eine Stippellinie, vielleicht an ganz gefährlichen Stellen rote Farbe zufrieden.
Es ist schon sehr verlogen zu sagen, dass man „Sicherheit“ umsetzen will. In Wirklichkeit aber immer Parkplätzen und Autospuren den Vorzug gibt.
Das Radnetz ist immer noch genauso gefährlich an den Stellen wo es um Platz geht wie bisher.
Ob über die A52 in Bergerhausen auf der Rellinghauser Straße (wichtige Schulwegverbindung) oder der Heisinger Straße. Die Stadt plant weiter ohne sichere Radverkehrsanlagen.
Ab 10 Jahren muss auf der Straße geradelt werden. Darauf muss das Radnetz konsequent lückenlos ausgerichtet werden.
Es ist auch falsch dem Autoverkehr zuliebe, die Radelnde in die Fußgänger zu leiten. Das geschieht an allen signalisierten Kreisverkehren in Essen. Ob Stadtwaldplatz, Europaplatz, Berliner Platz, Varnhorstkreisel die Radelnden werden mitten in die Fußgänger geschickt.
Wir zitieren aus der offenen Stellungnahme des gfs zur “Weiterentwicklung der verkehrspolitischen Leitlinien der Stadt Essen”:
“Erfolgreiche Verkehrspolitik in anderen Städten zeigt: Wandel gelingt nur durch Haltung, Ausdauer und klare Zielorientierung und führt dann gewinnbringend zu mehr Lebensqualität.”
Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein Weg – Anne Hidalgo hat es in Paris vorgemacht, wie positiv sich sogar eine Millionen-Metropole entwickeln kann in puncto Lebens- und Luftqualität, Verkehrssicherheit usw., wenn man es denn wirklich will.
Wir empfehlen allen politischen Entscheidungsträgern den Film “Cycling cities” von Ingwar Perowanowitsch, der in Paris, Gent, Utrecht, Amsterdam, Hamburg und Kopenhagen mit Lokalpolitikern diskutiert hat.
Wir kennen viele positive Beispiele aus unseren Radurlauben in Frankreich. In Tours, Blois, Orléans, Rouen, Rennes usw. gelingt es, den Radverkehr mit einer separaten Spur so durch die Stadt zu leiten, dass es selbst mit einem schwer beladenen Rad mit Packtaschen kein Problem ist, sicher und zügig voranzukommen. Auf diesen Wegen wird das Rad für Jung & Alt zu einer echten Alternative zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit usw.
Man muss auch gar nicht in die Ferne schweifen: Selbst in Düsseldorf finden sich Straßenzüge, bei denen man eine von zwei Spuren für den Autoverkehr in eine breite, baulich getrennte Fahrradspur verwandelt hat, auf der man wunderbar und sicher per Rad vorwärtskommt.
Es geht nicht um Verbote für Autos, es geht darum, andere Fortbewegungsarten einfach deutlich attraktiver als das Auto zu machen. Die meisten der in Essen zurückgelegten Wege sind Kurzstrecken unter 10 km bzw. unter 10 Minuten, die problemlos mit dem Rad zu erledigen wären, wenn die Radwege in Essen nicht so “abenteuerlich” oder sogar lebensgefährlich wären. Nur ein Beispiel ist eine Fahrt mit dem Rad auf der Frankenstraße zwischen Wiedfeldstraße und Bredeneyer Kreuz. Dieses Beispiel zeigt, das Essen nicht nur stillgelegte Bahntrassen für Freizeitradler benötigt, sondern auch mehr Verbindungswege kreuz und quer in der Stadt für Alltagsstrecken per Rad.
Ein peinliches Beispiel ist das Hin und Her um die Rü und das vermeintliche Argument der Ladeninhaber, dass ihnen die Kunden wegbleiben, wenn der Autoverkehr auf der Rü reduziert oder (was für ein Traum!) gar ganz ausbleiben würde: Wer immer dort flanieren, etwas Essen/Trinken gehen oder einkaufen möchte, muss auch jetzt schon woanders parken und den Rest des Weges zu Fuß erledigen.
Unser Paradebeispiel, wie es anders gehen kann, ist Bordeaux: Der gesamte historische Stadtkern (mit ähnlichem Charakter wie die Rü) ist mit absenkbaren Pollern für den Autoverkehr gesperrt. Anwohner und Lieferanten versenken die Poller mittels Chip im Asphalt und dürfen rein, alle anderen Autos bleiben draußen. Das Ergebnis: Eine bunte und lebhafte Straßengastronomie mit echter Aufenthaltsqualität für alle.
Wir kommen damit wieder zum Anfang unseres Kommentars und dem Zitat des gfs zurück:
„Wandel gelingt nur durch Haltung, Ausdauer und klare Zielorientierung und führt dann gewinnbringend zu mehr Lebensqualität.”
Für mich gehört Essens Kernstadt auf jeden Fall freundlicher für Fußgänger, Rollifahrende, Radverkehr gemacht. Es darf nicht sein, dass Kinder nicht Fahrrad fahren (lernen), weil keine sicheren Wege zur Verfügung stehen. Alle Kinder müssen sicher zu Fuß, mit dem ÖPNV oder dem Rad zu KiTa/Schule kommen können. Dafür muss der Autoverkehr deutlich reduziert werden, besonders auf Einkaufsstraßen und in Stadtteilen mit hoher Menschendichte! Zentrale Parkplätze für PKW, runter von den Fußwegen. Strengere Beobachtung des PKW-Verkehrs (fahrend/ruhend), damit andere Verkehrsteilnehmer keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt sind.
Erst letztens stand ich wieder 15 Minuten mit dem Rad hinter einer PKW-Schlange, weil sowohl DHL als auch Amazon den Leuten die Pakete hinterhertragen (Soviel zum lokalen Einkauf auf der Rü). Als Radfahrerin kann ich daran easy vorbei, aber der PKW-Verkehr hält alles auf. Mir ist einfach unverständlich, warum man auf der Rü mit einem Auto fahren muss.
Die Nutzung von ÖPNV muss attraktiv sein, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Auto fahren muss teurer und vor allem unpraktischer sein, als den ÖPNV zu nutzen. P &R außerhalb kostenlos, Zumindest auf Stadtebene ein faires, günstiges ÖPNV-Ticket (9 €/ Monat, bis Preisstufe A2). Dann kann man sich die Kontrollen sparen, weil es sich alle leisten können. Andere europäische Städte schaffen es ja auch.
Die Vorteile für den Klimaschutz und die Sicherheit sind in anderen europäischen Städten erwiesen.
Jetzt die Rolle rückwärts zu machen ist der falsche Schritt. Außerdem Versprochen ist versprochen. Bitte dran bleiben am Radentscheid!!!