Mehr Flugbewegungen am Flughafen Düsseldorf – was bedeutet das für Essen?

Der Flughafen Düsseldorf möchte seine Kapazitäten erweitern. Künftig sollen bis zu 60 Starts und Landungen pro Stunde möglich werden. Die „Bürger gegen Fluglärm“ haben bei einer Informationsveranstaltung in Essen-Kettwig über die möglichen Folgen informiert – insbesondere über die Entwicklung des Fluglärms in den Abend- und Nachtstunden.

Nach Darstellung des Vereins werde die tatsächliche zusätzliche Belastung durch die Art der Prognose nur unzureichend sichtbar. Der Flughafen vergleiche für das Jahr 2040 zwei Szenarien – mit und ohne die beantragten Änderungen. Während dabei von lediglich zwölf zusätzlichen Flugbewegungen pro Tag die Rede sei, erwartet „Bürger gegen Fluglärm“ insbesondere bei den Nachtflügen eine deutlich stärkere Entwicklung.

Nach den Angaben des Vereins soll die Zahl der Landungen nach 22 Uhr laut Flughafen-Prognose von derzeit 33 auf mindestens 45 im Jahr 2040 steigen. Der Verein selbst rechnet sogar mit bis zu 51 Nachtflügen. Auch weitere Abstellpositionen und die geplante Flexibilisierung des Flugbetriebs werden als Hinweise auf eine mögliche stärkere Nutzung in den Abend- und Nachtstunden gewertet.

Für die betroffenen Menschen stellt sich damit vor allem die Frage nach der Nachtruhe. Die „Bürger gegen Fluglärm“ verweisen auf § 29b des Luftverkehrsgesetzes, wonach auf die Nachtruhe der Bevölkerung in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen ist. Der Verein fordert deshalb unter anderem, die Erhöhung auf bis zu 60 Flugbewegungen pro Stunde auf den Zeitraum von 8 bis 20 Uhr zu begrenzen.

Auch Essen ist von dem Verfahren betroffen. Die Stadt gehört zu den Kommunen, in denen die Antragsunterlagen und Gutachten öffentlich ausgelegt werden. Nach Angaben der „Bürger gegen Fluglärm“ können Menschen entlang der Flugrouten von Kaarst bis Essen von zusätzlichen Starts und Landungen betroffen sein. In der Fluglärmkommission, die den Antrag nach Darstellung des Vereins bislang ablehnend bewertet hat, ist auch die Stadt Essen vertreten.

Es geht dabei nicht darum, den Flughafen Düsseldorf grundsätzlich infrage zu stellen. Vielmehr geht es um die Frage, welche zusätzlichen Belastungen mit der geplanten Kapazitätserweiterung verbunden sind und wie die Interessen des Flughafens und seiner Nutzer mit dem Schutz der betroffenen Bevölkerung vereinbart werden können.

Jetzt selbst informieren und beteiligen

Die Antragsunterlagen, Gutachten und Erläuterungen können noch bis 1. Oktober 2026 öffentlich eingesehen werden. Online stehen sie über das Beteiligungsportal NRW zur Verfügung: https://beteiligung.nrw.de/k/1025382

Wer sich nach Prüfung der Unterlagen persönlich betroffen fühlt oder Bedenken gegen die geplante Erweiterung hat, kann eine eigene Einwendung einreichen. Nach den Angaben der „Bürger gegen Fluglärm“ ist dies bis einschließlich 15. Oktober 2026 möglich; entscheidend ist der Posteingang, nicht der Poststempel. Der Verein stellt dafür auch ein Formular zur Verfügung: https://bgf-ev.de/einwendung-gegen-die-kapazitaetserweiterung/

Als Gemeinsam für Stadtwandel Essen möchten wir dazu ermutigen, sich selbst ein Bild zu machen: Lest die Unterlagen, informiert euch über die prognostizierten Auswirkungen und entscheidet, ob ihr eine persönliche Einwendung abgeben möchtet. Gerade bei einem Vorhaben mit möglichen Auswirkungen auf die Lebensqualität vieler Menschen sollte die Beteiligungsmöglichkeit genutzt werden.

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