1. Essener Klimakonferenz

Während des „Market for Future“ am 20.09.2019 in der Essener Innenstadt haben wir festgestellt, dass unsere Klima-, Umwelt- und Naturschutzthemen – von Nachhaltigkeit und Ernährung über Grünflächen und Baumschutz, von Mobilität bis hin zu erneuerbaren Energien usw. – sehr vielseitig sind und uns die gemeinsame Sorge um die Zukunft und die Ernsthaftigkeit der Klima- und Umweltkrise  verbindet.

Allerding fehlt uns ein gemeinsames Format, in dem wir mit den vielen Engagierten unsere Stadtoberen zu einem ernsthaften Umlenken und Umdenken bringen und zeigen: Wir sind viele, die die Klima- und Umweltkrisen sehr ernst nehmen!

So wurde die Idee geboren, am 16. Februar 2020 unter dem Label Gemeinsam für Stadtwandel die erste Klimakonferenz in Essen zu starten.

Im Dezember 2019 wurde ein erstes Konzept erarbeitet. Beteiligt waren Vertreter*innen von Fossil Free Essen, der Solargenossenschaft Essen, Greenpeace Essen, der Zeche Carl, Verkehrsclub Deutschland, Transition Town – Essen im Wandel, den Gemeinschaftsgärten, des Ernährungsrats, des Runden Umwelt-Tisches Essen, der Inititiative für Nachhaltigkeit, Fachgeschäft für Stadtwandel, des RadEntscheides Essen, der Weltkirche des Bistums Essen und der Parents for Future Essen.

Programm

11:10-11:15 Uhr Klima-Song
von und mit Simon Wehden

11:15-11:30 Uhr Begrüßung

11:30-12:00 Uhr Begeisterungsvortrag
Heinrich Strößenreuther – Vorstand German Zero e.V. / Mitinitiator des Berliner Mobilitätsgesetzes

12:00-13:15 Uhr Stadtwandel-Gezwitscher
Vorstellung von Initiativen im Stadtgezwitscher-Format (max. 15 Folien à 20 Sekunden) in höchstens 5 Minuten – geht natürlich auch ohne Folien

13:15-14:00 Uhr Tabletalks & Suppe
Initiativen präsentieren sich an Ständen vor: Phase des Kennenlernens, des Vernetzens und des Informierens

14:00-15:15 Uhr Foren

Von 11 bis 16 Uhr bietet der NAJU eine „kreative Naturwerkstatt für Kinder“ mit einem Bastel- und Werkangebot für Kinder ab 5 Jahren an.

GermanZero ist ein im Herbst 2019 gegründeter, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hamburg. Geschäftsführender Vorstand und Initiator ist Heinrich Strößenreuther, der in Berlin die Verkehrswende eingeleitet und damit eine bundesweite Welle von kommunalen Radentscheiden, u.a. auch hier in Essen, ausgelöst hat.

GermanZero ist überparteilich und unabhängig. Statt auf weitere nicht konsequente Entscheidungen der Bundesregierung zu warten, hat GermanZero die Initiative in Zusammenarbeit mit 30 Wissenschaftlern ergriffen und sorgt für das 1,5-Grad-Gesetzespaket in einem 3-Schritte-Plan: einem Klimaplan, einem entsprechenden Gesetzespaket und einem darauf zugeschnittenen Kampagnenplan. Bis spätestens 2022 muss von dem bis dahin neu gebildeten Bundestag über einen konsequenten Klimaschutzkurs entschieden werden – denn danach ist es mit Sicherheit zu spät. Durch Klimaentscheide in mehreren deutschen Städten soll der Aufschlag gemacht werden. Auch hier in Essen?
Heinrich Strößenreuther, Vorstand German Zero e.V.

Der RadEntscheid ist das Bürger*innenbegehren, mit dem wir uns für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur in Essen einsetzen. Wir wollen, dass Menschen jeden Alters und unabhängig von Geschlecht und Fitness gerne und sicher Rad fahren. Damit der Stadtrat sich mit den Zielen unseres Bürgerbegehrens beschäftigen muss, brauchen wir mindestens 15.000 Unterschriften. … und Eure Unterstützung! Die  Unterschriftensammlung beginnt im Frühjahr.

Im Forum geht es um den aktuellen Stand der Vorbereitung, Möglichkeiten der Unterstützung und alles was ihr wissen möchtet.

Jonathan Knaup, Björn Ahaus u.a., RadEntscheid Essen

In Zeiten des Strukturwandels war klar: Es braucht die Infrastruktur einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft, um in dieser Stadt Wirtschaft und Bevölkerung mitzunehmen und den erforderlichen Wandel gemeinsam zu gestalten. Die EWG wird jährlich mit mehreren Millionen im Haushalt bezuschusst.

In Zeiten des Klimawandels müssen nun die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit unter hohem Zeitdruck und unter Nutzung verschiedener Medien in die Breite der Bevölkerung gebracht werden, um die Menschen mitzunehmen. Dazu braucht es dringend, auf der Ebene des bürgerschaftlichen Engagements, eine ebenfalls leistungsfähige Infrastruktur.

Die Organisation und Kommunikation zahlreicher Akteursgruppen mit unterschiedlichsten Partizipationsangeboten führt ansonsten zum „Partizipations-Burnout“ der Ehrenamtlichen, die sich stark machen für die erforderliche Vernetzung und Weiterentwicklung der Bereiche Klimaschutz, nachhaltige Mobilität, soziale Stadt- und Quartiersentwicklung, Freiflächensicherung, gesunde Ernährung, Artenvielfalt, Inklusion und Integration, Friedensarbeit und vieles mehr.

Deshalb braucht das bürgerschaftliche Engagement Ressourcen in Form von Personal, Räumen und Sachmitteln.

Wir brauchen Personen für:

  • die Koordination der anstehenden Aufgaben
  • eine Brückeninstanz zu den Akteuren in Wirtschaft, Stadtverwaltung, Politik.
  • Projektarbeit und Akquise
  • eine unabhängige zivilgesellschaftlich gestaltete Informations- und Aktionsplattform, die die zahlreichen Themenbereiche berücksichtigt.

Information ist die erste Stufe zur weiteren Partizipation. Erst darauf aufbauend können Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderung folgen. Nur so wird es möglich sein, die Essener Bürgerinnen und Bürger zu bewegen den Wandel aktiv mitzugestalten.

Dr. Maria Lüttringhaus (Parents for Future), Georg Nesselhauf (Runder UmweltTisch Essen (RUTE)

Referent: Bastian Schlange, Correctiv

Du hast grüne, nachhaltige Ideen für deine Stadt oder dein Viertel? Du hast keine Ideen, aber Lust was auf die Beine zu stellen? Komm zum Jugendforum, stell deine Ideen vor, triff Menschen mit Tatendrang und plant gemeinsam die nächsten Schritte.

Vanessa Burneleit, Naturschutzjugend Essen/ Mülheim e. V.

  • Einblicke aus bürgerschaftlicher Perspektive von Estelle Fritz (Bündnis „Grün- und Freiflächen für gutes Stadtklima in Essen“)
  • Bedeutung und Schutz von urbanen Grünflächen von Dr. Frauke Krüger und Jan Loges (NABU Ruhr e.V.)
  • Nachhaltige und klimagerechte Flächenpolitik in Essen von Michael Happe (Dipl.-Ing. Bauassessor und Stadtplaner AKNW)

Zwei Extremsommer hintereinander, in den Jahren 2018 und 2019, haben hier in Essen, das Bewusstsein fokussiert auf die zahlreichen Studien, Voraussagen und Berichterstattungen zum Thema Stadterwärmung.

Städte sind im dicht bebauten Gebiet aufgrund der versiegelten Oberflächen gigantische Hitzespeicher, denn Straßen und Gebäude speichern Hitze stärker als grüne Flächen. Hinzu kommen Abwärme durch die Industrie, Betriebe und Autos. Die Folge sind Wärmeinseln in der Stadt, die in der Nacht kaum auskühlen. Dies hat starke gesundheitliche Folgen für die Menschen im Stadtgebiet.

Die Essener Politik verfolgt seit Jahren den Plan einer „wachsende Stadt Essen“. Durch massive Bebauung soll die Einwohnerzahl vermehrt werden. Es ist also kein Bedarf, welcher die Bauflut nötig macht, sondern die Wachstumspolitik, die diese erzeugt. Wenn unsere Stadt weiterhin wächst und Grünflächen mit versiegelten Flächen ersetzt werden, steigen somit jedoch automatisch auch die Temperaturen. Die Wachstums-Beton-Politik der Essener Politik und Verwaltung ist daher vollkommen rückschrittlich und nicht mehr zeitgemäß! Mehr Grünflächen in der Stadt bedeuten kühlere Städte und eine höhere Lebensqualität. Grüne Oasen im urbanen Raum stehen für Ruhe, Lebensqualität und Wohlbefinden. Nicht durch Bauflächen gewinnt eine Stadt an Wert, sondern durch ihre grünen Oasen.

Daher gilt es, für eine lebenswerte, zukunftsorientierte und bewohnbare Stadt Essen, Grün- und großflächige Freiflächen als notwendige Infrastruktur jetzt und in Zukunft nicht nur zu erhalten, sondern auch weitere zu schaffen. Dies gilt es bei EntscheidungsträgerInnen in Politik und Verwaltung zu verankern und die Stadtplanung auf diese klimatischen Herausforderungen unserer heutigen Zeit einzuschwören.

Was können wir sofort tun – wir warten auf politische Entscheidungen, auf globales Erkennen und Handeln, aber was kann ICH machen, jetzt, sofort.

Transition Town sammelt schon ewig Wissen über den kleinen Wandel, ob nachhaltige Nachbarschaft oder Zero Waste.
Unser Forum soll zeigen, was es schon alles gibt, und soll zu eigenem Wandel anregen. Gemeinsam diskutieren wir neue kleine Schritte, denn jeder kleine Schritt bringt uns näher an den großen Wandel!

Frank Münter (Transition Town Essen)

Das Forum beschäftigt sich aus Sicht von Umwelt- und Naturschutz mit den Fragen: Was hatten die regierenden Parteien in Essen in den Programmen für die aktuelle Legislaturperiode versprochen? Wo waren sie konkret tätig? Was wurde umgesetzt?

Ziel ist es, einen Überblick zu verschaffen, was in den letzten Jahren an politischen Beschlüssen insbesondere zum Klimaschutz, zur Mobilitätswende und zum Thema Nachhaltigkeit beschlossen wurde. Wie ist dazu der Umsetzungsstand?

Auch der aktuelle Stand, welche Themen jetzt besonders zu betrachten sind, wird in dem Forum unter die Lupe genommen und wo etwa auch Inspirationen von anderen Beispielen eingeholt werden könnten. Wo könnten in dem Zusammenhang kommunale Schwerpunkte liegen? Am Ende sollten Ziele formuliert werden, welche für Politik und Verwaltung perspektivisch für die Zukunft genutzt werden sollten.

Andreas Bolle und Anna Heinrichs, BUND Essen

 

15:15-15:30 Uhr Poetry Slam
Christopher F

15:30-15:45 Uhr Blitzlichter zu den Foren

15:45-16:00 Uhr Kurzvortrag zur Klimakollekte (CO2-Kompensation)
Rike Schweizer

16:00-16:05 Uhr Klima-Song
von und mit Simon Wehden

Vorbereitung

Bitte sendet uns die Anmeldung zum Stadtwandel-Gezwitscher und zu den Tabletalks sowie für Vorschläge für die Foren per E-Mail.

Bitte teilt die Einladung mit Eurer Community! Wir wollen ein großes und vielfältiges Angebot auf die Beine stellen! Ladet über Eure Verteiler ein und sprecht potentiell Interessierte auch persönlich an.

Die Zeche Carl ermöglicht uns, die Räumlichkeiten sowie die Bühne und Technik unentgeltlich zu nutzen. Vielen Dank dafür! Kosten kommen für Getränke und Suppe und möglicherweise für Redner und/oder Musikinterpreten auf uns zu. Über Aktive der Parents for Future Essen wird gerade eine Vereinsgründung angegangen, die Spenden für Vorhaben zum Klima-, Natur- und Umweltschutz ermöglicht. Die Gründung soll bis Februar abgeschlossen sein, so dass wir zweckgebundene Spenden für diese gute Veranstaltung entgegennehmen können.