Forum 6: Aktuelle Baupolitik in Essen

Einblicke aus bürgerschaftlicher Perspektive von Estelle Fritz (Bündnis „Grün- und Freiflächen für gutes Stadtklima in Essen“)
Bedeutung und Schutz von urbanen Grünflächen von Dr. Frauke Krüger und Jan Loges (NABU Ruhr e.V.)
Nachhaltige und klimagerechte Flächenpolitik in Essen von Michael Happe (Dipl.-Ing. Bauassessor und Stadtplaner AKNW)

Zwei Extremsommer hintereinander, in den Jahren 2018 und 2019, haben hier in Essen, das Bewusstsein fokussiert auf die zahlreichen Studien, Voraussagen und Berichterstattungen zum Thema Stadterwärmung.

Städte sind im dicht bebauten Gebiet aufgrund der versiegelten Oberflächen gigantische Hitzespeicher, denn Straßen und Gebäude speichern Hitze stärker als grüne Flächen. Hinzu kommen Abwärme durch die Industrie, Betriebe und Autos. Die Folge sind Wärmeinseln in der Stadt, die in der Nacht kaum auskühlen. Dies hat starke gesundheitliche Folgen für die Menschen im Stadtgebiet.

Die Essener Politik verfolgt seit Jahren den Plan einer „wachsende Stadt Essen“. Durch massive Bebauung soll die Einwohnerzahl vermehrt werden. Es ist also kein Bedarf, welcher die Bauflut nötig macht, sondern die Wachstumspolitik, die diese erzeugt. Wenn unsere Stadt weiterhin wächst und Grünflächen mit versiegelten Flächen ersetzt werden, steigen somit jedoch automatisch auch die Temperaturen. Die Wachstums-Beton-Politik der Essener Politik und Verwaltung ist daher vollkommen rückschrittlich und nicht mehr zeitgemäß! Mehr Grünflächen in der Stadt bedeuten kühlere Städte und eine höhere Lebensqualität. Grüne Oasen im urbanen Raum stehen für Ruhe, Lebensqualität und Wohlbefinden. Nicht durch Bauflächen gewinnt eine Stadt an Wert, sondern durch ihre grünen Oasen.

Daher gilt es, für eine lebenswerte, zukunftsorientierte und bewohnbare Stadt Essen, Grün- und großflächige Freiflächen als notwendige Infrastruktur jetzt und in Zukunft nicht nur zu erhalten, sondern auch weitere zu schaffen. Dies gilt es bei EntscheidungsträgerInnen in Politik und Verwaltung zu verankern und die Stadtplanung auf diese klimatischen Herausforderungen unserer heutigen Zeit einzuschwören.